Schwarmgemäße Unternehmensstruktur

 

[av_textblock size=” font_color=” color=” id=” custom_class=” av-medium-font-size=” av-small-font-size=” av-mini-font-size=” av_uid=’av-k3zxoi2g’ admin_preview_bg=”] Fast alle Unternehmen sind als hierarchische Organisationen aufgebaut, die einer strikten Oben-Unten Logik folgen: Ganz oben, am Ende der Fresskette sozusagen, befindet sich der Vorstandsvorsitzende/CEO oder die Leiterin der Geschäftsführung/Geschäftsführerin. Dem folgen zunächst weitere Top-Führungskräfte (CFO, CIO, COO… CxO) wiederum gefolgt von mittleren Führungskräften – je nach Hierarchiehöhe – wie (Haupt-)Bereichsleiter, (Haupt-)Abteilungsleiterinnen und letztlich untere Führungskräfte. Diese Struktur gibt es in vielen Variationen, aber das Grundkonzept ist immer dasselbe: Ober sticht unter, im Ernstfall zieht sich der Vorgesetzte auf eine schriftlich fixierte und juristisch gültige Weisungsbefugnis zurück oder nutzt sie gleich von Anfang an, indem er sie durchscheinen lässt. Dieses Konzept der Strukturierung, jedem bekannt als Hierarchie, verhindert die erfolgreiche Erzeugung und Nutzung von Schwarmintelligenz. Um diese nutzen zu können, müssen Unternehmen und Organisationen langfristig anders gedacht und strukturiert werden. Dazu hilft zunächst der metaphorische Blick ins Tierreich: Schwärme folgen, im Gegensatz zu den meisten menschlichen Unternehmen und Organisationen, einer Innen-Außen Logik. Es gibt nicht den einen oder einige wenige Individuen, die dauerhaft die Führung innehaben. Führung ist ein dynamischer Prozess, befindet sich im Fluss. Dauerhaft. Sobald ein Schwarmmitglied eine Gefahr von außen wahrnimmt, ändert es die Richtung und der Schwarm organisiert sich blitzschnell neu, folgt der neuen Führung. Würde erst die Nachricht über die Bedrohung, die veränderte Umweltsituation, zu einer Spitze kommuniziert werden müssen, wäre es längst zu spät und der Schwarm wäre eine üppige Mahlzeit geworden. Nun hinkt der Vergleich, ein Unternehmen ist kein Schwarm (dazu in einem späteren Blogpost mehr!).  Es taucht nicht plötzlich ein Räuber hinter einem Korallenriff auf, reißt das Maul auf und verschlingt schnell ein paar Filialen oder Abteilungen, wenn die nicht schnell genug die Biege machen. Trotzdem steckt in der Metapher eine Wahrheit: Es gibt faktisch Mitarbeiter, die näher an der Umwelt des Unternehmens dran sind, als andere; die näher am Markt sind, die früher zu spüren bekommen, was gefordert ist, die wesentlich schneller, agiler, flexibler reagieren könnten, als viel weiter entfernte Führungskräfte oder Mitglieder des Top-Managements. Wenn sie nur dürften. Wer dauerhaft die Vorteile der Schwarmintelligenz für sein Unternehmen oder seine Organisation nutzen will, sollte deshalb Schritt für Schritt die Oben-Unten Logik in eine Innen-Außen Logik verwandeln.

  • Das bedeutet erstens herauszuarbeiten, welche Unternehmensbereiche  mit welchen Teilen der Umwelt Kontakt haben, welche allmählich zunehmend weniger in Kontakt sind und welche vorwiegend oder ausschließlich mit den anderen Akteuren des eigenen Unternehmens kommunizieren und interagieren.
  • Zweitens muss dann Schritt für Schritt eine Ermächtigung zu eigenverantwortlichem Handeln erfolgen. Diese Ermächtigung bedeutet keineswegs nur die Erlaubnis, Entscheidungen treffen zu dürfen – es müssen auch die dazugehörigen Kompetenzen geprüft werden. Sind sie nicht ausreichend, bedarf es entsprechender Lernprozesse, um in die Lage zu kommen, nicht nur entscheiden zu dürfen, sondern dann auch so entscheiden zu können, das alle Beteiligten möglichst begeistert sind.

Klingt das etwa zu abstrakt? Falls nein, ran an die Transformation. Falls doch, dann hier ein kleines Beispiel, dass JEDER kennt: Call-Center. Wer hat nicht mehrfach die immer wieder nervtötende Erfahrung gemacht, dass die MitarbeiterInnen der Call-Center nichts entscheiden dürfen und vermutlich oft auch nicht könnten. Das Ergebnis? Begeisterung? Wie wäre es, wenn endlich mal ein Call-Center Mitarbeiter mein Problem wirklich schnell und kompetent löst, ohne mich lange hinzuhalten, mich langwierig weiterzuverweisen oder mir klarzumachen, dass er das jetzt nicht entscheiden darf, aber auch sonst niemand gerade greifbar ist. Dabei wäre diese Nahtstelle zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden eine fantastische Möglichkeit, durch hervorragenden Service echte Begeisterung zu erzeugen – und damit eine langjährige Kundenbindung aufzubauen. Dafür wäre eben hilfreich, die Logik zu ändern. Herzliche Grüße Andreas Zeuch [/av_textblock]

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